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Abgehoben-der Reisepodcast, Folge 1: Tahiti´s unfruchtbare Mücken

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Allein der Klang des Namens erzeugt Bilder im Kopf: Nach Sonne, azurblauem Meer, Kokospalmen, einsamen Stränden, Überwasser-Bungalows, einer unbeschreiblich reichen Flora und Fauna. Die Inseln von Tahiti im südlichen Pazifik sind seit jeher ein Sehnsuchtsort und strahlen die Ruhe und Gelassenheit aus, die wir uns als gestresste Mitteleuropäer so sehr wünschen. Und dies alles sind keine Klischees, sondern ist hier pure Realität.

Die Inseln von Tahiti umfassen 118 polynesische Inseln, die in fünf Atolle aufgeteilt sind: die Gesellschaftsinseln, die Tuamotu-Inseln, die Marquesas, die Gambier- und die Austral-Inseln. Allein die räumliche Verteilung sprengt die Vorstellungskraft, denn die Inseln sind auf rund 5,5 Millionen Quadratkilometern zerstreut, wobei nur 3.500 Quadratkilometer, also die vierfache Fläche Berlins, überhaupt Landfläche ist. Mit 67 Inseln ist nur etwa die Hälfte der Trauminseln überhaupt bewohnt.

Das Wetter der Inseln ist ganzjährig angenehm mit Temperaturen um die 27°C und warmen Lagunen. Trotz geringer Temperaturunterschiede unterscheidet man zwei Jahreszeiten: die heiße, feuchtere von November bis März sowie die warme, trockenere von April bis Oktober.

Die mehrfach ausgezeichnete Reisejournalistin und freue Autorin Kiki Baron ist großer Fan der Inseln. Ihr erstes Mal zu Besuch in Tahiti war Kiki 1984 bei einer alten Schulfreundin. Seit damals war Sie bereits mehr als ein dutzendmal in dem Südseeparadies, hat alle fünf Atolle bereist und verrät uns aus erster Hand die besonderen Geheimtipps rund um die Destination. Und so erzählt uns Kiki von folgenden Erlebnissen und Highlights:

Hawaiki Nui Va'a: Das härteste Rennen der Welt

Die sonst verschlafend wirkende, kleine Insel Huahine wird jährlich (Oktober oder November, zu wechselnden Daten) zum Hawaiki Nui Va'a zum Hotspot und Anlaufstelle aller einigermaßen seetauglichen Boote in Französisch-Polynesien.  Im Minutentakt treffen Luxusyachten, große Katamarane, Segel- und sonstige Boote ein. Die Schiffe sind voller Menschen und doch herrscht gebannte Stille. Sie alle warten auf den Start des Hawaiki Nui Va'a: das wichtigste Sportevent Polynesiens und wahrscheinlich das härteste Bootsrennen der Welt.

Drei Tage lang dreht sich im Inselreich alles um die Va'as, große Auslegerkanus mit jeweils sechs Mann Besatzung. Teams aus alles Welt nehmen am Rennen teil. Insgesamt 129 Kilometer in drei Etappen gilt es beim Hawaiki Nui Va'a zu bewältigen. Das Rennen führt über die offene See von Huahine über die Inseln Raiatea und Taha'a nach Bora Bora. Es ist ein schier unmenschlicher Paddelmarathon unter der gleißenden Sonne der Südsee. 

Das Hawaiki Nui Va'a ist ein gigantisches Volksfest. Schon Wochen vor dem Rennen sind die Flüge von Tahiti und den anderen Inseln nach Huahine restlos ausgebucht. Gleiches gilt für die wenigen Hotels auf der Insel. Jeder möchte mit dabei sein, wenn die Va'as in See stechen. Das Rennen wird von seinen Fans von Insel zu Insel bis zum großen Finale auf Bora Bora begleitet. 

Heiva-Fest, Karneval von Tahiti

Beim Heiva-Fest in Französisch-Polynesien treten die besten Sänger, die laszivsten Tänzer und die stärksten Männer gegeneinander an. Das Spektakel galt früher als „Fest der Sünde“ und war lange verboten. Heute dauert das Festival voll Tanz, Gesang sowie sportlichen Wettkämpfen über zwei Monate an und ist DAS kulturelle Ereignis Französisch-Polynesiens.

Zunächst veranstaltet jede Insel ihr eigenes Heiva. In Wettkämpfen gilt es die besten Tänzer, Sänger und Sportler zu ermitteln. Das klingt ernster, als es ist. Die Kostüme sind bunt bis schrill und die Wettkämpfe teils kurios, z.B. Kokosnuss-Öffnen, Palmenklettern oder Steine-Heben. Viele Vorführungen dienen auch einfach nur der Unterhaltung und erzählen uralte Legenden der Vorfahren. Am Ende des Festivals treten die Gewinner gegeneinander an, die größten Partys finden natürlich auf der Hauptinsel Tahiti statt. Heiva ist eindeutig ein Event der Einheimischen, die viel Spaß an ihren eigenen Traditionen haben. Doch auch Reisende können sich der fröhlichen Ausgelassenheit und Lebensfreude nicht entziehen. Schnell haben sie als gerade noch außenstehende Beobachter eine Blumenkette um den Hals und sind Teil der Party. Feiern darf und soll hier jeder.

Aranui 5, Fracht-Kreuzfahrtschiff

Ein ganz besonderes Erlebnis bieten auch die Seereisen mit der Aranui 5. Das Schiff ist eine neue, speziell konstruierte Mischung aus einem Kreuzfahrt- und einem Frachtschiff. Sie steuert im Rahmen einer 14-tägigen Kreuzfahrt von Tahiti aus die Marquesas, Tuamotus und Gesellschaftsinseln in Französisch-Polynesien an. Die Aranui 5 wurde so gebaut, dass sie den Komfort eines Kreuzfahrtschiffes bietet, aber gleichzeitig ihre Aufgabe als Versorgungsschiff erfüllen kann. Sie wird als kleines Schiff klassifiziert und verfügt über Kapazitäten für rund 254 Passagiere in 103 Kabinen. Die Crew besteht gänzlich aus Einheimischen, die auf Nachfrage hin gerne von ihrer Heimat erzählen oder bei einem Ausflug sogar ihre Lieblingsorte mit einem teilen.

Marquesas-Inseln, Irland mitten im Pazifik

Die schroffen, zerklüfteten und fast schon mystischen Marquesas-Inseln liegen fast am Ende der Welt. Die Inselgruppe der Marquesas liegt ca. 3,5 Flugstunden von Tahiti entfernt und ist Haltepunkt auf der Tour der Aranui 5. Die Inseln sind ein unberührtes Paradies für jeden Naturliebhaber. Nuku Hiva ist die größte Insel der Marquesas. An den stark zerklüfteten Küsten mit ihren Buchten, Kaps, Felsvorsprüngen und Klippen liegen die Dörfer in den Buchten versteckt. Nuku Hiva bietet eine Vielzahl an Ausflügen, die ihr von eurem Hotel aus unternehmen könnt, wie zum Beispiel archäologische Kultstätten, Täler mit eindrucksvollen Wasserfällen oder eine Fahrt auf die Nachbarinsel Ua Pou. Hiva Oa, eine weitere Insel der Marquesas, ist bekannt durch ihre wilde und ungebändigte Natur und insbesondere auch durch den Künstler Paul Gauguin. Nuku Hiva und Hiva Oa sind die einzigen Inseln der Marquesas, die für den Tourismus zugänglich sind und auf denen sich auch Hotels und kleine Pensionen befinden. 

Tuamotu-Inseln, einsame Strände und reges Treiben unter Wasser

Im vollen optischen Kontrast zu den Marquesas stehen die Tuamotu-Inseln. Nur eine Flugstunde von Tahiti oder Bora Bora entfernt, liegen die traumhaften Atolle der Tuamotu-Inselchen wie eine Kette aneinander gereiht. Jede dieser kleinen Inseln begeistert mit palmengesäumten Sandstränden und einer glitzernden Lagune, die sich um die kleinen Atolle schmiegt.

Auf den Tuamotu-Inseln hat man das Gefühl, dass die Zeit still steht. Hier läuft das Leben im Einklang mit dem Rhythmus der Wellen, es wirkt entschleunigend und erdend. Die Unterwasserwelt ist selbst für erfahrene Taucher einfach nur atemberaubend. Wer nicht Tauchen möchte, sollte auf jeden Fall Schnorcheln gehen. Schwärme voller Doktorfische, Napoleon-Lippfische, Ziegenfische, Mantarochen, gefleckte Rochen, verschiedene Hai-Arten, Schildkröten und unendlich viele andere bunte Rifffische tummeln sich in den Lagunen und schwimmen beim Strömungstauchen gern Seite an Seite mit den Menschen. Das als Weltnaturerbe klassifizierte Atoll Fakarava  ist besonders für seine Haidichte bekannt. Rangiroa - für seine blaue Lagune sowie für seine Pässe und Tikehau - für seine rosa schimmernden Strände. Robinson Crusoe Feeling pur ist auf unzähligen kleinen einsamen Motus  garantiert. Die Tuamotus bieten Hotels mit internationalem Standard sowie charmante, familiengeführte Pensionen.

The Brando, Luxusresort auf Tetiaroa

Bei Dreharbeiten in der Südsee für den Film "Meuterei auf der Bounty" lernten sich in den 1960er Jahren der US-amerikanische Schauspieler Marlon Brando und die polynesische Tänzerin Tarita Teriipaia kennen und lieben. Das Paar lebte mit seiner Familie so glücklich auf dem Atoll Tetiaroa, dass Brando es 1967 schließlich für 99 Jahre pachtete. Sein Traum war es eine Hotelanlage auf den Inseln zu errichten, die vor allem für Künstler und Intellektuelle zum Urlaubsparadies werden sollte. Dieser Traum erfüllte sich jedoch erst 10 Jahre nach seinem Tod, als 2014 das The Brando eröffnete, eine Luxusurlaubsoase für den internationalen Jetset und Trendsetter für Ökotourismus.

Das Resort zählt heute zu den umweltfreundlichsten Ferienanlagen der Welt. Strom liefern Sonnenkollektoren, Generatoren laufen mit Kokosnussöl, die Klimaanlage nutzt Energie aus der Meeresströmung und biologisch angebautes Obst und Gemüse kommen aus dem eigenen Garten.

Ökologischer Anspruch und Luxus widersprechen sich nicht zwangsläufig. Die Gäste sind begeistert von dem Konzept, das Wert auf Nachhaltigkeit und Naturschutz legt. Das hat seinen Preis. Eine Nacht in einer der 35 Villen mit Blick auf die türkisblaue Lagune kostet rund 3000 Euro. Pippa Middleton verbrachte hier die Flitterwochen und der ehemalige US-Präsident Barack Obama suchte im "The Brando" Entspannung und Inspiration für das Verfassen seiner Memoiren.

Gästehäuser und Pensionen, Urlaub mit familiärem Ambiente

Aber in Tahiti gibt es eben nicht nur Luxushotels. Von günstigeren Hotels, über Ferienwohnungen, Airbnb-Unterkünften oder auch Gästehäusern und familiengeführten Pensionen ist für jedes Budget was dabei. Das besondere an Gästehäusern ist die Möglichkeit seinen Urlaub selbst auf touristisch wenig erschlossenen Inseln zu verbringen und einen authentischen Eindruck des alltäglichen Insellebens zu bekommen. Die polynesische Gastfreundschaft und Lebensfreude sind wirklich legendär. Die Einheimischen sind sehr stolz auf ihre Inseln und teilen dies gerne mit Besuchern. Mit Blumenkränzen auf duftenden Tiare- Blüten wird jeder Gast empfangen und begrüßt. Oft folgt eine Darbietung aus polynesischem Gesang und Tanz. Natürlich kann man dies auch in den größeren Hotels erleben, aber nirgends ist der Austausch mit den Polynesiern so authentisch wie in einem Gästehaus. Es empfiehlt sich auf seiner Reise also auf jeden Fall verschiedene Unterkunftsarten zu kombinieren.

Polynesische Kulinarik

Auf den Inseln von Tahiti gedeiht bei fantastischem Wetter eine große Auswahl an Obst, Gemüse und Gewürzen, aus denen mit Fisch und Meeresfrüchten exotische Speisen zubereitet werden. Brotfrucht ‘uru, Kokosnuss, Dutzende von Bananensorten, darunter die orangene Kochbanane fe’i, verschiedene Wurzelgemüse wie taro, tarua, ufior oder ‘umara bilden die Basis der Inselküche. Sie werden kombiniert mit frischem Fisch aus der Lagune oder von hoher See, welcher von Barsch über mahi mahi bis zum Papageienfisch reicht.

Oft wird der Fisch roh gegessen, auch mit Limettensaft und Kokosmilch mariniert, wie im berühmten Rezept für „Poisson cru“.

Zu beachten ist, dass es außer auf Tahiti kaum Restaurants außerhalb der Hotelanlagen oder Pensionen gibt. Dies spiegelt sich natürlich auch in den Kosten wieder. Generell sind die Preise in Restaurants aber auch im Supermarkt höher. Ein Lokal, dass man sich nach Aussage von Kiki sparen kann ist das Bloody Mary´s auf Bora Bora. Das Essen sei zwar gut aber das Ambiente sei im Bora Bora Beach Club hingegen viel angenehmer.

Fortbewegung

Auf den größeren Inseln (Tahiti, Moorea, Bora Bora und Huahine) kann man sich natürlich ein Auto leihen oder auch per Anhalter fahren. Vor allem die Einheimischen halten gerne an oder man bittet seine Gastfamilie um eine Fahrt.  Bei manchen Unterkünften kann man günstig ein Rad mieten. Vor allem auf den kleineren Inseln ist das praktisch. Der Le Truc,  ein Lastwagenbus, verkehrt auf manchen Inseln. Doch der Fahrplan ist nicht so leicht zu durchschauen.

Auf der Blumeninsel Moorea gibt es genau eine Straße, die um die Insel fährt. Tatsächlich fährt darauf ein Bus seine Runden, anscheinend fährt dieser einfach dann, wenn die Fähre von/nach Tahiti fahrt. Da muss man selber ein bisschen kalkulieren, hoffen und warten. Taxis sind hingegen teurer.

Tahiti, unterschätze Vielfalt

Die Insel Tahiti wird oft unterschätzt und dient mit seinem internationalen Flughafen Fa‘a vielen nur als Zwischenstopp auf dem Weg nach Bora Bora und Co. Doch es empfiehlt sich auch hier genauer hinzusehen. Die Stadt Papeete mit 26.000 Einwohnern ist dabei nicht nur die Inselhauptstadt, sondern auch die Hauptstadt von ganz Französisch-Polynesien. Besonders empfohlen hat Kiki hier den Besuch der Markthalle im Zentrum der Stadt, in der ihr neben frischem Obst und Gemüse auch Souvenirs, Pflegeprodukte und viele weitere Schnäppchen ergattern könnt.

Ein kulinarisches Highlight sind die Roulottes, ein Foodtruck-Markt, der abends an der Promenade am Hafen am Place Vaiete stattfindet. Gegessen wird für wenig Geld auf Plastikstühlen vor den Wagen. Neben tahitianischen Gerichten gibt es auch Pizza, Asia-Food, Crêpes und mehr. Die Auswahl in diesem riesigen Freiluft-Restaurant ist groß und bis tief in die Nacht kommt man hier auch mit Tahitianern ins Gespräch.

Neben Papeete gibt es noch viele weitere sehenswerte Spots wie euch die Webseite von Tahiti Tourisme, dem Deutschen Fremdenverkehrsamt, verrät.

Wie Ihr seht ist diese Destination trotz ihrer Abgelegenheit auf jeden Fall eine Reise wert!

Wenn du Fragen zur Folge, Anregungen oder Kommentare hast kontaktiere mich gerne.

Deine Simone

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FotorechteTahiti Tourisme, The Brando, Stéphane Mailion

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